{"id":131,"date":"2012-08-29T17:19:52","date_gmt":"2012-08-29T15:19:52","guid":{"rendered":"http:\/\/natalie-achermann.ch\/?p=131"},"modified":"2012-08-29T20:01:01","modified_gmt":"2012-08-29T18:01:01","slug":"geocaching-hide-and-seek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.natalie-achermann.ch\/?p=131","title":{"rendered":"Geocaching &#8211;  Hide and Seek"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geocaching \u2013 Hide and Seek<\/strong><\/p>\n<p>Langsam, aber sicher werde ich nerv\u00f6s. Wo versteckt sich der Kleine denn nur? \u00abAchtung Muggel!\u00bb warne ich meine Kollegin und versuche m\u00f6glichst unauff\u00e4llig zu wirken, w\u00e4hrend wir die Passanten aus den Augenwinkeln vorbeiziehen sehen. Als sie um die Ecke gebogen sind, geht die Suche weiter. Die Koordinaten stimmen, doch das Versteck bleibt weiterhin verborgen. Jeder Stein wird umgedreht, unter jede Bank ein Blick geworfen. Doch heute scheinen wir kein Gl\u00fcck zu haben&#8230;<\/p>\n<p>Wusstet Ihr, dass allein in Chur 30 kleine Sch\u00e4tze versteckt sind? Sogenannte Caches. In der gesamten Schweiz sind es weit mehr als 10\u2019000 und weltweit sogar \u00fcber 1.4 Millionen! Sie k\u00f6nnten \u00fcberall verborgen sein. Wahrscheinlich seid Ihr schon 1\u2019000 Mal an ihnen vorbeigelaufen und habt nichts von ihrer Existenz geahnt. Wieso? Weil Ihr Muggels seid &#8211; Unwissende.<\/p>\n<p>Lasst mich Euch ein kleines bisschen in unser Geheimnis einweihen. Unser Spiel nennt sich Geocaching. Was sich aus dem griechischen Wort \u201eGeo\u201c f\u00fcr Erde und dem englischen Wort \u201ecache\u201c f\u00fcr geheimes Versteck zusammensetzt. Dabei handelt es sich um eine moderne Variante der Schatzsuche, auch High-Tech-Schnitzeljagd genannt. An Stelle einer Schatzkarte wird stattdessen ein GPS (Global-Positioning-System) verwendet, um den Verstecken auf die Spur zu kommen. Beim Vorg\u00e4nger, dem sogenannten Letterboxing, musste das Ziel noch mit Hilfe eines Kompasses und einigen Hinweisen gefunden werden. Erst aus den neuen technischen M\u00f6glichkeiten entstand das moderne Geocaching, wie wir es heute kennen.<\/p>\n<p>Wir sind nicht auf der Suche nach grossen Schatzkisten, die aus der Erde gebuddelt werden m\u00fcssen. Unsere Sch\u00e4tze nennen sich Caches und unterscheiden sich in Gr\u00f6sse und Form sehr voneinander. Dabei kann es sich um eine Filmdose, eine kleine Metallbox oder auch nur um einen Plastikbeutel handeln. Nat\u00fcrlich sollte der Beh\u00e4lter wasserdicht sein. Ein solcher Cache kann von jedem versteckt werden. Sei es nun mitten in der Grossstadt, oder auch fernab jeglicher Zivilisation in freier Wildbahn. Sie werden mit Hilfe von Magneten an Metallbalken befestigt, zwischen Wurzeln, getarnt von Bl\u00e4ttern versteckt, oder sogar unter Wasser verankert. Nur eine Regel gilt es dabei zu beachten: Die Natur darf durch einen Cache nicht zu Schaden kommen. Oft w\u00e4hlt der Besitzer oder Owner, wie wir ihn nennen, eines Caches f\u00fcr sein Versteck einen besonders sehenswerten Ort, den er gerne mit seinen Mitmenschen teilen m\u00f6chte. Ist der Cache erstmal versteckt, m\u00fcssen die Koordinaten im Internet ver\u00f6ffentlicht werden. Das weltweit gr\u00f6sste Verzeichnis daf\u00fcr ist www.geocaching.com. Neben den Koordinaten gibt der Owner hier auch die Schwierigkeitsstufe des Versteckes und des Gel\u00e4ndes, sowie die Gr\u00f6sse des Caches an. Zus\u00e4tzlich kann er auch noch weitere Hintergrundinformationen zu seinem Cache oder der Umgebung anbringen. Somit ist die Suche er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Die Koordinaten k\u00f6nnen nun auf ein GPS geladen werden, welches Euch dann den Weg zum Cache weist. Und zwar direkt zum Cache? Nein, ganz so einfach ist die Sache dann doch wieder nicht. Die Koordinaten f\u00fchren einen Geocacher lediglich in die N\u00e4he des Schatzes. Der Cache muss dort erst noch gefunden werden, was sich manchmal als sehr knifflige Aufgabe herausstellt, denn die Verstecke werden immer einfallsreicher. An stark bev\u00f6lkerten Pl\u00e4tzen stellt sich uns Geocachern noch ein weiteres Hindernis \u2013 die Muggels. Unter einem Muggel verstehen wir alle Nicht-Geocacher, daher alle Passanten, die nicht am Spiel beteiligt sind. Es gilt der Grundsatz: Lass dich nie von einem Muggel erwischen! Denn unsere Caches sollen nicht in die falschen H\u00e4nde geraten.<\/p>\n<p>Und nun, da der Schatz gefunden ist? Was haben wir davon? Geld? Reichtum? Nein, da muss ich Euch leider entt\u00e4uschen. Unser Schatz besteht meist nur aus einem Logbuch und mehreren kleinen Tauschgegenst\u00e4nden, wie Murmeln, Fig\u00fcrchen aus \u00dcberaschungseiern, Spielzeugautos, etc. Der Schatz darf auch nicht entwendet werden. Wir tragen uns im Logbuch ein, tauschen einen der Gegenst\u00e4nde aus und verstecken den Cache wieder genauso, wie wir ihn vorgefunden haben. Reich wird also keiner bei dieser Schatzsuche. Der wahre Lohn dabei ist das Erfolgserlebnis, wenn die Liste der gefundenen Caches nach und nach steigt. Das Kribbeln, wenn wir umgeben von einer Schar Muggeln auf der Bahnhofstrasse einen Schatz heimlich bergen. Die Freude, wenn ein besonders schwieriges Versteck entdeckt wurde. Der Weg ist unser Ziel. Und hat das Geocachingfieber einem erstmal gepackt, kann das Sammeln von Logbucheintr\u00e4gen schon mal zur Sucht werden.<\/p>\n<p>Falls Ihr Euch nun denkt: \u00abHey, das will ich auch mal ausprobieren!\u00bb, nur zu. Daf\u00fcr braucht Ihr zu Beginn auch nicht zwingend ein teures GPS. Abgesehen davon, dass bereits die meisten neuen Smartphones ein Navigationssystem enthalten, k\u00f6nnen einfache Caches auch gut ohne ein solches Hilfsmittel gefunden werden. Online Karten mit Satellitenansicht auf dem Internet sind heutzutage schon genau genug. Die Koordinaten k\u00f6nnen bei Google Earth und Co. eingegeben werden und schon geht die Suche los. Was Ihr braucht ist ein Schreibwerkzeug f\u00fcr den Eintrag Eurer hoffentlich erfolgreichen Suche im Logbuch und wenn Ihr wollt ein paar Tauschgegenst\u00e4nde. Sucht Euch f\u00fcr den Anfang die Caches mit tiefer Schwierigkeitsstufe aus, manchmal werden zus\u00e4tzlich noch Tipps angegeben, welche die Suche noch ein wenig vereinfachen. Gefundene Caches k\u00f6nnt Ihr sp\u00e4ter auch im Internet vermerken, so haben die Owner immer den \u00dcberblick, wie h\u00e4ufig ihr Versteck besucht wurde.<\/p>\n<p>Geocaching ist grunds\u00e4tzlich ungef\u00e4hrlich. Allein durch Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung bringen sich Geocacher manchmal selber in Gefahr. Daher solltet Ihr immer auf den angegebenen Schwierigkeitsgrad achten und gef\u00e4hrliches Gel\u00e4nde wie steile Felsw\u00e4nde nur mit der richtigen Ausr\u00fcstung angehen. Es kann allerdings vorkommen, dass Caches irrt\u00fcmlicherweise von Aussenstehenden als Gefahr angesehen werden. So gab es bereits Polizeieins\u00e4tze oder Bombenwarnungen und Strassensperrungen auf Grund unserer \u201eunbekannten Vorrichtungen\u201c. Dabei wirken Geocacher, die betont unauff\u00e4llig um den Cache herumschleichen nat\u00fcrlich nicht gerade vertrauenserweckend.<\/p>\n<p>Vielleicht, wenn Ihr in Zukunft die Augen offen haltet, erwischt Ihr einmal einen Geocacher bei der Arbeit. Noch mehr w\u00fcrde es mich jedoch freuen, auch Euch bald als Schatzj\u00e4ger in Aktion zu sehen.<\/p>\n<p>Akribisch arbeite ich mich Stein f\u00fcr Stein an der Mauer vor. Endlich! Verd\u00e4chtig locker scheint dieser hier zu sitzen: \u00abIch habs!\u00bb Vorsichtig ziehe ich den Stein aus der Mauer \u2013 und tats\u00e4chlich, dahinter liegt er, unser Cache. Eine kleine, etwas schmutzige Metallbox. So unscheinbar und f\u00fcr uns doch so wertvoll.<\/p>\n<p>Natalie Achermann (November 2010)<\/p>\n<p><em>(Dieser Sachtext entstand im ersten Semester im Modul Schreiben und Sprechen)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geocaching \u2013 Hide and Seek Langsam, aber sicher werde ich nerv\u00f6s. Wo versteckt sich der Kleine denn nur? \u00abAchtung Muggel!\u00bb warne ich meine Kollegin und versuche m\u00f6glichst unauff\u00e4llig zu wirken, w\u00e4hrend wir die Passanten aus den Augenwinkeln vorbeiziehen sehen. Als sie um die Ecke gebogen sind, geht die Suche weiter. 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