{"id":222,"date":"2012-08-30T13:24:18","date_gmt":"2012-08-30T11:24:18","guid":{"rendered":"http:\/\/natalie-achermann.ch\/?p=222"},"modified":"2012-08-31T10:58:17","modified_gmt":"2012-08-31T08:58:17","slug":"du-und-bibliothekarin-das-passt-doch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.natalie-achermann.ch\/?p=222","title":{"rendered":"Marlene Gerber"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Marlene Gerber<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/natalie-achermann.ch\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/mgerber.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-233\" title=\"mgerber\" src=\"http:\/\/natalie-achermann.ch\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/mgerber-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.natalie-achermann.ch\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/mgerber-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.natalie-achermann.ch\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/mgerber-120x80.jpg 120w, https:\/\/www.natalie-achermann.ch\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/mgerber.jpg 567w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00abDu und Bibliothekarin, das passt doch\u00bb<\/strong><\/p>\n<p><em>F\u00fcr das Alumni-Portr\u00e4t reiste der \u00ab Wissensplatz \u00bb nach Pratteln und traf dort in der Person\u00a0von Marlene Gerber eine Bibliothekarin aus Leidenschaft, die zu ihren Hobbys Fussball\u00a0z\u00e4hlt.<\/em><\/p>\n<p>Die T\u00fcr der Gemeindebibliothek Pratteln geht\u00a0schwungvoll auf und vor mir steht eine freundlich\u00a0l\u00e4chelnde Frau. Sie passt so gar nicht zum eher\u00a0verstaubten Image, das Bibliotheken anhaftet. Marlene\u00a0Gerber leitet die Gemeindebibliothek Pratteln\u00a0seit dem 1. April 2011 und hat sich an diesem Vormittag\u00a0extra Zeit f\u00fcr mich genommen, obwohl die Bibliothek\u00a0in den Sommerferien nur am Mittwochnachmittag\u00a0ge\u00f6ffnet ist. Als Bibliotheksleiterin geh\u00f6rt\u00a0neben dem F\u00fchren dreier Mitarbeitenden auch klassische\u00a0Bibliotheksarbeit zu ihren Aufgaben: B\u00fccher\u00a0ausleihen und sich um administrative Aufgaben k\u00fcmmern.<\/p>\n<p><strong>\u00abBibliotheken wird es immer geben\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Trotz der allgemeinen Digitalisierung und der damit\u00a0fast \u00fcberall leicht verf\u00fcgbaren Information glaubt\u00a0Marlene Gerber an die Zukunft der Bibliotheken: \u00a0\u00abBibliotheken wird es immer geben!\u00bb Es sei wichtig,\u00a0dass Informationen nicht nur im Internet, wo man\u00a0nicht allen Quellen Glauben schenken darf, zur Verf\u00fcgung\u00a0gestellt werden. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen das Angebot\u00a0und die Aufmachung laufend angepasst und\u00a0auf die Kundenbed\u00fcrfnisse abgestimmt werden. Sie\u00a0sp\u00fcrt aber die Akzeptanz und das Interesse ihrer\u00a0Kunden, die teilweise jede Woche vorbeikommen.\u00a0Insbesondere Familien mit Kindern kommen h\u00e4ufig.\u00a0\u00abDen Kindern alle B\u00fccher zu kaufen, die sie lesen\u00a0m\u00f6chten, w\u00fcrde die Eltern in den Ruin treiben\u00bb, erkl\u00e4rt\u00a0sie lachend. Gerber weist auch darauf hin, dass\u00a0ein Buch physisch in den H\u00e4nden zu halten doch ein\u00a0anderes Erlebnis sei, als es auf dem Laptop oder\u00a0E-Reader\u00a0zu lesen. \u00abIch bin gerne von B\u00fcchern umgeben,\u00a0ich liebe B\u00fccher!\u00bb, sagt sie mit einem den\u00a0Zuh\u00f6rer ansteckenden Enthusiasmus.<\/p>\n<p><strong>\u00abB\u00fccher dienen mir zur Unterhaltung\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Doch wie verlief der Weg von der B\u00fccherliebhaberin\u00a0Marlene Gerber bis hin zur Bibliothek in Pratteln?\u00a0Zwei Jahre studierte sie an der Universit\u00e4t Basel Anglistik\u00a0und Germanistik, bevor sie das Studium abbrach\u00a0und sich neu orientierte. Das Germanistikstudium\u00a0sei nicht das Richtige f\u00fcr sie gewesen. \u00abB\u00fccher\u00a0dienen mir in erster Linie zur Unterhaltung, jedes\u00a0Werk bis ins kleinste Detail zu analysieren und zu\u00a0sezieren, daran bin ich nicht interessiert.\u00bb Von einem\u00a0Kollegen wurde sie auf den Studiengang Information\u00a0und Dokumentation an der HTW Chur aufmerksam\u00a0gemacht. \u00abDu und Bibliothekarin, das passt doch!\u00bb,\u00a0meinte er und weckte so Gerbers Interesse an diesem\u00a0Berufsweg. Nachdem sie ein Praktikum in der\u00a0Universit\u00e4tsbibliothek Basel absolviert hatte, war sie\u00a0sich sicher, dass dies der richtige Weg war.<\/p>\n<p><strong>Aufbau des Lehrgangs miterlebt<\/strong><\/p>\n<p>Sie meldete sich f\u00fcr den \u00abInformation und Dokumention\u00bb \u2013 Lehrgang an der HTW Chur an, der sich inzwischen\u00a0Information Science nennt. Marlene geh\u00f6rte\u00a01999 zum zweiten Jahrgang dieses damals noch\u00a0neuen Studiengangs. Einige Dinge seien noch nicht\u00a0so gut organisiert gewesen und vieles sei bei ihnen\u00a0zum ersten Mal ausprobiert worden \u2013 sodass sich die\u00a0Studierenden oft in der Rolle von Versuchskaninchen\u00a0wiederfanden. \u00abEs war eine sehr spannende, aber\u00a0definitiv keine einfache Zeit!\u00bb, meint Marlene Gerber\u00a0r\u00fcckblickend. Doch gerade diese schwierige Situation\u00a0habe sie f\u00fcr ihre k\u00fcnftigen Aufgaben gut vorbereitet.\u00a0Der Studienort Chur war f\u00fcr Gerber gegeben,\u00a0da dieser Lehrgang in der Deutschschweiz nur dort\u00a0angeboten wird. \u00abChur hat mir gut gefallen, auch\u00a0wenn am Anfang die Vorstellung, hier studieren zu\u00a0m\u00fcssen, schon etwas abschreckend war.\u00bb So schwierig\u00a0die ersten Wochen in dieser ungewohnten Umgebung\u00a0f\u00fcr sie waren, genauso sehr vermisste sie sp\u00e4ter\u00a0die Stadt in den Bergen.<\/p>\n<p><strong>Zur\u00fcck nach Liestal mit Abstecher zur FIFA<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Studium erhielt Marlene eine Stelle bei\u00a0Bibliomedia in Solothurn, wo sie das erlernte Wissen\u00a0als Bibliothekarin erstmals in die Praxis umsetzen\u00a0konnte. Viereinhalb Jahre arbeitete sie in der sogenannten\u00a0Bibliothek der Bibliotheken, bevor sie die Chance f\u00fcr einen Traumjob erhielt. Ihr wurde eine\u00a0Stelle als Dokumentalistin beim Weltfussballverband,\u00a0der FIFA, angeboten. Marlene, die leidenschaftlich\u00a0Fussball spielt, damals noch in der 1. Liga, ergriff die\u00a0M\u00f6glichkeit, ihr Hobby mit dem Beruf zu verbinden.\u00a0\u00abEs war eine sehr interessante Zeit, die ich nicht missen\u00a0m\u00f6chte, doch ich musste feststellen, dass mir\u00a0die Aufgabenbereiche Dokumentation und Archivierung\u00a0nicht gleichermassen zusagten wie die Arbeit in\u00a0einer Bibliothek.\u00bb<\/p>\n<p>Als dann die Stelle der Bibliothekarin in Pratteln frei\u00a0wurde, schickte sie eine Bewerbung los. Heute\u00a0sch\u00e4tzt sie an der neuen Stelle besonders den direkten\u00a0Kundenkontakt: \u00abAuf die W\u00fcnsche der Kunden\u00a0einzugehen, ist etwas, das ich meiner Meinung nach\u00a0gut kann und auch gerne mache. Und wenn dann das\u00a0Feedback kommt \u2039 Hey, das Buch war wirklich super \u203a,\u00a0dann habe ich meinen Job gut gemacht!\u00bb Trotzdem\u00a0ist sie froh, einmal etwas anderes gesehen zu haben,\u00a0gerade auch, um zu merken, wo sie wirklich hingeh\u00f6rt.\u00a0\u00a0\u00abAm ersten Tag, als ich hier in Pratteln die Bibliothek\u00a0betrat, hatte ich ein Lachen im Gesicht, weil\u00a0ich mich so sehr gefreut hatte, endlich wieder B\u00fccher\u00a0um mich zu haben.\u00bb<\/p>\n<p>Natalie Achermann (August 2011)<\/p>\n<p><strong>Diesen Bericht habe ich f\u00fcr das Magazin der HTW Chur \u00abWissensplatz\u00bb als freie Mitarbeiterin geschrieben. Die entsprechende Ausgabe als PDF kann hier heruntergeladen werden:<\/strong>\u00a0<span style=\"color: #0000ff;\"><a title=\"Wissensplatz Ausgabe 2\/2011\" href=\"http:\/\/www.fh-htwchur.ch\/uploads\/media\/HTW_Magazin1102_low.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0000ff;\">Wissensplatz Ausgabe 2\/2011<\/span><\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marlene Gerber &nbsp; \u00abDu und Bibliothekarin, das passt doch\u00bb F\u00fcr das Alumni-Portr\u00e4t reiste der \u00ab Wissensplatz \u00bb nach Pratteln und traf dort in der Person\u00a0von Marlene Gerber eine Bibliothekarin aus Leidenschaft, die zu ihren Hobbys Fussball\u00a0z\u00e4hlt. Die T\u00fcr der Gemeindebibliothek Pratteln geht\u00a0schwungvoll auf und vor mir steht eine freundlich\u00a0l\u00e4chelnde Frau. 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